Spendenzweck

Die Geburt eines Kindes ist für die meisten Eltern das schönste Ereignis ihres Lebens. Doch nicht alle der gut 3000 Neugeborenen am Heilbronner SLK-Klinikum am Gesundbrunnen kommen gesund zur Welt. Manche werden zu früh geboren. Andere sind krank und müssen vom Kreißsaal aus direkt auf die Neonatologie verlegt werden. Dort werden jedes Jahr rund 800 Kinder betreut. Tendenz steigend. Die Abteilung muss daher erweitert werden. Und dazu bedarf es der Unterstützung aller.

Ein Frühchen ist nur eine Handvoll Mensch. Der Teddy, den Mamas ihren Kindern in den Inkubator legen, ist immer größer. Überall piepst es. Die Atemgeräte sind laut. Vor allem aber: Es ist eng auf der derzeitigen Neonatologie an der Heilbronner Kinderklinik. Vier Brutkästen stehen in einem Zimmer. Die Mütter, die möglichst viel Zeit mit ihrem Baby verbringen, haben keinerlei Privatsphäre. „Auch, wenn sie noch so klein sind“, sagt Oberarzt Dr. Michael Petrasch, versuchen wir sie rauszunehmen und der Mutter auf die Brust zu legen.“ Der frühe Körperkontakt hilft den winzige Lebewesen, sich gut zu entwickeln. Doch die Mütter sitzen dabei zwischen Maschinen und Schläuchen. Für ein portables Bett ist kein Platz, nicht einmal einen bequemen Stillstuhl gibt es. Wenn Besuch kommt und das Personal zu einem Patienten gerufen wird, tritt man sich gegenseitig auf die Füße. Auch auf der normalen Neonatologie ist kaum mehr Platz. Dort kommen die Babys hin, sobald sie nicht mehr intensivmedizinisch betreut werden. Die Mütter und Väter sind manchmal monatelang bei ihren Babys im Krankenhaus. Zwischendurch fahren sie heim zum Schlafen. Je nachdem, wo sie wohnen, fahren sie Hunderte von Kilometern, bis sie das Kind mit nach Hause nehmen dürfen.

Der einzige Rückzugsort für die zwei Stationen ist ein Elternzimmer, das die Große Hilfe für kleine Helden eingerichtet hat. Die Organisation, die aus der Stiftung und dem gleichnamigen Verein besteht, sammelt seit Februar Spenden, um auch die erweiterte Neonatologie einzurichten: „Die Krankenhausfinanzierung ist hochkomplex“, sagt Stiftungsgründer Ralf Klenk: „Die Bedürfnisse einer Klinik zu erfüllen: Dafür gibt es keinen Kostenträger.“ 700.000 Euro will die Stiftung in diesem Jahr zusammenbekommen, um damit sowohl die technische Ausstattung als auch Möbel anzuschaffen, „wie es sich für eine hochmoderne Klinik wie die in Heilbronn gehört“, so Klenk. Viele große und kleine Spenden werden für diesen Kraftakt gebraucht. Spatenstich für die Erweiterung der Neonatologie war am 17. Januar. Die Spendenaktion wurde am 18. Februar mit einem Benefizkonzert der Open Doors in der Heilbronner Kreissparkasse eröffnet.

Eine Mutter berichtete dort sehr eindrucksvoll, was es heißt, mit einem zu früh geborenen Kind in der derzeitigen Klinik untergebracht zu sein: Ihr Baby kam drei Monate früher als erwartet nach einer Placenta-Ablösung zur Welt. In der Neonatologie, erzählte Nadine Cwick, „hat es schöne, aber auch schlimme Momente gegeben“. Obwohl das Personal „im Rahmen seiner Möglichkeiten mehr macht als es müsste“, empfand die junge Mutter die räumliche Situation als belastend. Bis zu acht Personen stünden manchmal um einen Inkubator herum. „Du versuchst, so oft wie möglich da zu sein und bist dann den ganzen Tag auf diesem Zimmer.“ Nach so einer Geburt stehe man unter Schock. „Du bist überfordert und wünscht Dir mehr Privatsphäre.“

Der Leiter der Heilbronner Kinderklinik, Professor Dr. med. Peter Ruef, bestätigte die Schilderungen Cwiks. „Die Betreuung der Kleinsten ist zeit- und personalintensiv. Die ersten acht Wochen sind oft eine Achterbahnfahrt.“ Eine Übernachtung auf der Frühgeborenenstation ist nicht möglich. Dabei „ist die Betreuung der Kinder durch die Eltern sehr wichtig“, so Ruef. Der Klinikleiter weiß um die Unterstützung durch die Große Hilfe für kleine Helden. Die ist zuversichtlich, dass sie die „irrsinnig große Summe von 700.000 Euro“, so Ralf Klenk, auch erreicht. Muss aber weitere 500.000 Euro aufbringen, aus denen sie ihre laufenden Projekte wie die Klinik Clowns, die Patientenberatung oder die Betreuung von Geschwistern krebskranker Kinder finanziert. Zahlreiche Aktionen werden nun im Laufe zugunsten der Großen Hilfe für kleine Helden durchgeführt. Eine davon ist die blacksheep Charity Night. Das, was an diesem Abend eingenommen wird, fließt direkt in den großen Spendentopf: als Hilfe für unsere Kleinsten.

Spendenkonto

Babys brauchen eure Spende! Dazu ruft die Große Hilfe für kleine Helden mit ihrer Leuchtturmaktion auf. Wer Kindern den Start ins Leben also erleichtern möchte, kann seinen Beitrag dazu lauch durch eine Spende leisten. Die könnt ihr einzahlen bei der Kreissparkasse Heilbronn unter DE84 6205 0000 0000 0074 43 oder bei der Volksbank Heilbronn DE13 6209 0100 0390 3900 03.